Wird der Sozialismus langweilig? Quelle: Deineka (1961)

Wird der Sozialismus
langweilig sein?

Im Sozialismus geht es nicht darum, langweilige Mittelmäßigkeit einzuführen, sondern das kreative Potenzial von uns allen zu entfesseln.

Wir schreiben das Jahr 2081 und endlich sind alle gleich. Und das nicht nur vor Gott oder dem Gesetz, sondern in jedem erdenklichen Sinn. Niemand sieht besser aus und ist stärker oder schneller als die anderen. All diese Gleichheit beruht auf den Verfassungsänderungen 211, 212 und 321, sowie der unermüdlichen Wachsamkeit der Mitarbeitenden des „United States Handicapper General“.

Dies ist nicht meine Vorstellung von 2081, sondern die des amerikanischen Science Fiction-Autors Kurt Vonnegut, wie er sie in der Kurzgeschichte „Harrison Bergeron“ beschreibt: eine Zukunft, in der alle gleich sind. In dieser müssen attraktive Menschen Masken tragen und kluge Menschen Kopfhörer, die sie mit lauten Geräuschen beim Denken stören.

Wie man es von Vonnegut nicht anders erwarten würde, enthält die Kurzgeschichte einige gruselig-komische Passagen, wie beispielsweise eine Ballettvorführung in der die Tanzenden mit Fußgewichten versehen werden. Aber anders als die meisten Geschichten von ihm basiert „Harrison Bergeron“ auf einer reaktionären Prämisse: Gleichheit kann nur hergestellt werden, wenn die Besten auf das mittelmäßige Level der breiten Masse herunterreguliert werden.

»Es wäre natürlich schön, Armut, Krieg und Rassismus zu überwinden… aber was ist, wenn es langweilig wird?«

Häufig wird der Sozialismus in Science Fiction-Romanen als graue Dystopie dargestellt, was wiederum die ambivalente Haltung verdeutlicht, die zahlreiche Künstlerinnen dem Kapitalismus gegenüber kultivieren. Einerseits gibt es unter ihnen eine Abneigung gegen die Unmenschlichkeiten und Kommerzialisierung dieser Gesellschaft, andererseits nehmen sie in dieser Gesellschaft eine Sonderstellung ein, in der sie ihre individuelle Kreativität ausleben können – zumindest solange sie von ihrer Kunst leben können. Da sie nicht in der Lage sind, sich eine Welt vorzustellen, die die Kreativität einer jeden einzelnen wertschätzt und unterstützt, fürchten sie, dass der Sozialismus sie ihrer Sonderstellung berauben könnte und sie auf ein Level mit einfachen Arbeitenden stellen würde.

Darüber hinaus gibt es natürlich noch einen weiteren Grund, weshalb sozialistische Gesellschaften als grau und trostlos gezeichnet werden: die meisten Gesellschaften, die sich als sozialistisch bezeichneten, waren in der Tat etwas grau und trostlos. Kurz vor dem Ende der Sowjetunion spielten die Rolling Stones ein legendäres Konzert in Prag, wo sie als Superstars gefeiert wurden. Das Verrückte ist, das war 1990: Mick und Keith waren fast fünfzig und seit ihrem letzten Hit namens „Harlem Shuffle“ waren schon Jahre vergangen. Vergessen wir für einen Moment Bücherzensur und Demonstrationsverbote. Wenn man wirklich nachvollziehen möchte, wie langweilig der Stalinismus gewesen sein muss, dann schaue man sich das Video zu „Harlem Shuffle“ an und wie die Prager Bevölkerung ausflippt, als sie die Möglichkeit hat, die Stones zu sehen.

Spielt es überhaupt eine Rolle, ob der Sozialismus langweilig ist? Vielleicht mag es, angesichts des Horrors, den der Kapitalismus tagtäglich hervorbringt, dumm oder anmaßend erscheinen, sich über so etwas Triviales wie Langeweile Gedanken zu machen. Man denke nur an die gestiegenen Zahlen von Umweltkatastrophen, die Belastungen, die mit dem Verlust von Wohnraum oder des Arbeitsplatzes einhergehen, oder die Unsicherheit, nicht zu wissen, ob der Typ, der dir gegenüber sitzt, dich nicht als potenzielles Opfer eines sexuellen Übergriffs sieht. So gerne wir uns auch Filme über das Ende der Welt oder über Menschen in Extremsituationen ansehen, so sehr bevorzugen die meisten von uns doch ein gewisses Maß an Routine und Planbarkeit.

Sich darüber Sorgen zu machen, der Sozialismus könnte langweilig werden, kann einem wie ein typisches „First World Problem“ erscheinen. Es wäre natürlich schön, Armut, Krieg und Rassismus zu überwinden… aber was ist, wenn es langweilig wird?

Dabei spielt dies natürlich doch eine Rolle, denn niemand möchte in einer Gesellschaft ohne Kreativität und Spannung leben. Auch die Unterdrückung unserer Kreativität durch die regierende oder herrschende Klasse ist fatal und ein grundlegendes Problem – ganz unabhängig davon, ob man es vermeintlich gut mit uns meint.  Und schließlich muss man sagen, wenn Sozialismus muffig und langweilig ist, kann er sich schlecht gegen den Kapitalismus durchsetzen, denn letzterem kann man sicherlich viel vorwerfen, nicht aber, dass er langweilig sei.

In den vergangenen zweihundert Jahren hat der Kapitalismus die Welt revolutioniert und unser Denken, Aussehen, Kommunizieren und Arbeiten verändert. Allein in den vergangenen Jahrzehnten passte sich der Kapitalismus erfolgreich und effektiv an die globale Welle von Protesten und Streiks der 60er und 70er Jahre an: gewerkschaftlich organisierte Fabriken wurden geschlossen und in andere Länder umgesiedelt, die Rolle des Staates wurde dahingehend verändert, dass er nicht mehr Menschen half, sondern Unternehmen beauftragte, Menschen zu helfen. Und letzten Endes wurden uns diese und andere Veränderungen als das verkauft, wofür wir die ganze Zeit gekämpft hätten – eine Welt in der jede Frau, jeder Mann und jedes Kind mit dem gleichen Recht geboren wird, so viele Smartphones und Jeans zu kaufen, wie sie möchten.

Der Kapitalismus kann sich deutlich schneller neu erfinden als jede zuvor existierende ökonomische Ordnung. „Unveränderte Beibehaltung der alten Produktionsweise war dagegen die erste Existenzbedingung aller früheren industriellen Klassen. Die fortwährende Umwälzung der Produktion, die ununterbrochene Erschütterung aller gesellschaftlichen Zustände, die ewige Unsicherheit und Bewegung zeichnet die Bourgeoisepoche vor allen anderen aus“, schrieben Marx und Engels im Kommunistischen Manifest. Während also andere Gesellschaftsformationen stets versuchten, den Status quo aufrecht zu erhalten, lebt der Kapitalismus davon, ihn umzuwerfen.

»Das Leben der meisten Menschen ist nicht besonders aufregend. Wir arbeiten für Chefs, die wollen, dass wir wie stumpfsinnige Packesel funktionieren«

Das Resultat ist eine sich permanent verändernde Welt. Wo gestern noch ein Industriestadtteil war, ist heute ein Slum und morgen schon wieder der nächste Hipster-Stadtteil. „Alles Ständische und Stehende verdampft“ – So lautet der Satz aus dem Kommunistischen Manifest und gleichzeitig auch der Titel eines großartigen Buchs von dem amerikanischen Politikwissenschaftler Marshall Berman. Er schreibt, „das Leben im modernen Kapitalismus bedeutet, dass wir uns in einem Umfeld wiederfinden, das uns Abenteuer, Macht, Lust, Wachstum und Veränderung von uns selbst und der Welt verspricht, und zeitgleich die Bedrohung bedeutet, alles zu zerstören, was wir haben, kennen und sind.“

Das Leben der meisten Menschen ist nicht besonders aufregend. Wir arbeiten für Chefs, die wollen, dass wir wie stumpfsinnige Packesel funktionieren. Und selbst wenn eine aufregende neue Erfindung um die Ecke kommt, können wir uns sicher sein, dass sie letztlich dafür genutzt wird, dass wir mehr Arbeit in kürzerer Zeit verrichten. Das mag vielleicht die Managementabteilung in helle Freude versetzen, wird jedoch für die meisten von uns nur mehr Plackerei bedeuten.

Abseits der Arbeit ist es nicht anders. In der Schule geht es zunehmend um „Arbeitsmarktfähigkeit“, was im Endeffekt bedeutet, Kinder darauf vorzubereiten mit der ganzen Arbeitsscheiße fertig zu werden. Und selbst die wenigen Stunden, die wir angeblich für uns selbst haben, gehen dafür drauf, dass wir Wäsche waschen, kochen, putzen, Hausaufgaben korrigieren und alles andere machen, was nötig ist, damit wir und unsere Familien am nächsten Tag wieder für die Arbeit bereit sind.

Die aufregenden Seiten des Kapitalismus erleben die meisten von uns nur von der anderen Seite: es gibt neue Gadgets für reiche Leute, wilde Parties für Celebrities, großartige Ereignisse, die du dir von deiner Couch aus ansehen kannst. Ein kleiner Hoffnungsschimmer ist da aber: das meiste davon ist immerhin aufregender als der „Harlem Shuffle“.

Wenn wir tatsächlich mit etwas Spannendem in Berührung kommen, dann meist im Arbeitskontext. Unsere Arbeit wird von diesem abgefahrenen neuen Roboter ersetzt, unsere Miete wird immer höher, seit das neue Luxusgebäude gegenüber fertiggestellt wurde und, um noch eins drauf zu setzen, heißt es, wenn wir uns beschweren, wir stünden dem Fortschritt im Weg.

Manche sagen, dass das Opfer, das jede einzelne für den gesellschaftlichen Fortschritt bringen muss, das Schlimme am Sozialismus sei, einem System welches von entindividualisierten Bürokraten beherrscht wird, die für das vermeintliche Wohl der Allgemeinheit Entscheidungen treffen. Dabei gibt es einen Haufen von unsichtbaren und ungewählten Entscheidungsträgern im Kapitalismus: Versicherungsmitarbeiterinnen, die entscheiden, ob eine OP „notwendig“ ist oder nicht und millionenschwere Institutionen, die, ohne je vor Ort gewesen zu sein, erklären, dass gewisse Schulen „gescheitert“ seien.

Sozialismus zieht eine Menge Veränderungen, Umwälzungen und sogar Chaos mit sich, aber – wie es Hal Draper wohl sagen würde – dieses Chaos kommt von unten. Während der Russischen Revolution entzog die bolschewistisch geführte Sowjetregierung das Eherecht der Kontrolle der Kirche und erlaubte es Partnerinnen sich scheiden zu lassen, sofern eine Partnerin die Scheidung einforderte.

Eine solche Gesetzgebung veränderte sowohl Familiendynamiken als auch das Leben von Frauen auf drastische Weise. Das geht aus Liedern, welche in ländlichen Gegenden Russlands gesungen wurden, hervor:

Es gab eine Zeit, da schlug mich mein Ehemann mit Faust und mit Kraft / Aber jetzt ist er so liebevoll / Denn er hat Angst vor der Scheidung / Ich habe keine Angst mehr vor meinem Ehemann / Wenn wir nicht kooperieren können / Werde ich eben vor Gericht gehen / Und wir werden uns trennen.

Sicherlich kann eine Trennung schmerzhaft, aber auch genauso befreiend sein. Revolutionen lassen alles in einem neuen Licht erscheinen, von unseren Vorbildern über unsere Geliebten, was sowohl aufregend als auch entsetzlich sein kann. 1923 schrieb Trotzki in einem Zeitungsartikel „gigantische Ereignisse [haben] auf die Familie in ihrer alten Gestalt eingewirkt, der Krieg und die Revolution. Und in deren Folge kam als unterirdische Entwicklung – kritisches Denken, die bewusste Untersuchung und Bewertung der Familienbeziehungen und der Lebensformen. Es kann also nicht verwundern, dass dieser Prozess aufs intimste und damit schmerzlichste auf Familienbeziehungen einwirkt.“

In einem anderen Artikel beschreibt Trotzki das Alltagserleben im revolutionären Russland als einen „Prozess, in welchem das Leben der arbeitenden Massen tagtäglich aufgebrochen und neu zusammengesetzt wird.“ Wie also auch im Kapitalismus bieten diese ersten Schritte zum Sozialismus sowohl die Möglichkeit der Neuentstehung, als auch der Zerstörung, allerdings mit dem entscheidenden Unterschied, dass den Menschen, über die Trotzki hier schreibt, eine aktive Rolle bei der Entscheidung zukommt, in welche Richtung sich die Welt, in der sie leben, verändern soll.

Von Kontrolle über die Massenarmut und das Analphabetentum, welches ihnen vom Zarenreich vermacht wurde, konnte keinerlei Rede sein. Aber selbst unter solch widrigen Bedingungen stehen die Jahre zwischen Oktoberrevolution bis zu Stalins endgültiger Machtkonsolidierung im Zeichen der Aufbruchstimmung einer Gesellschaft, in der zum ersten Mal die Türen für den Großteil der Gesellschaft geöffnet wurden.

Der Kunst- und Kulturbereich explodierte. Die zur damaligen Zeit modernsten Malerinnen und Bildhauerinnen dekorierten öffentliche Plätze mit futuristischen Kunstwerken. Zwar hasste Lenin die Futuristen, dies hielt die Regierung aber nicht davon ab, deren Magazin Kunst der Kommune zu unterstützen. Ballette und Theater öffneten sich einem Massenpublikum und Kulturschaffende und Arbeiterkomitees kamen zusammen, um die künstlerische Arbeit in die Fabriken zu tragen. Der Filmemacher Sergei Eisenstein wurde weltberühmt für die bahnbrechende Technik, die er in seinem Film über die Russische Revolution einsetzte.

Die alberne Prämisse von „Harrison Bergeron“ muss also verworfen werden. Der Sozialismus sah in talentierten Künstlern nicht eine Gefahr für die „Gleichheit“. Ebenso wenig galt es als Widerspruch, einzelnen Künstlerinnen Anerkennung zu schenken und indes die ehemals exklusive Kunstwelt auch den Massen zugänglich zu machen.

Die Möglichkeiten des Sozialismus, der die Welt für ein paar Jahre erblickte, waren nicht ein steriles Laborexperiment, das von einer Handvoll Theoretikerinnen durchgeführt wurde, sondern ein chaotisches und aufregendes Unterfangen von Millionen von Menschen, die nach einer anderen Art und Weise suchten, wie Gesellschaft organisiert werden und der Umgang miteinander aussehen könnte. All die Fähigkeiten, Hindernisse und Neurosen, welches das Leben im Kapitalismus in einem armen und vom Krieg zerrissenen Land mit sich bringt, eingeschlossen. In vielerlei Hinsicht haben sie versagt, aber sie haben nichtsdestotrotz gezeigt, dass der Sozialismus eine reale Möglichkeit ist und nicht ein utopischer Traum, der nicht den Bedürfnissen realer Menschen entspricht.

In der Gesellschaft, auf die sie sich zubewegten, bedeutete Gleichheit nicht eine Verringerung, sondern eine Erhöhung des kulturellen und intellektuellen Niveaus der Gesellschaft. Die zahlreichen Romane, Filme und andere künstlerischen Produkte, welche in der Zeit des Sozialismus entstanden, behandeln kaum Scheidungen und energische Debatten über Kunst. Die meisten von ihnen stellen Gesellschaft als konfliktfrei dar, weshalb sie auch so gruselig wirken, auch wenn sie sich für den Sozialismus einsetzten.

Ein ganz ähnliches Problem existiert in zahlreichen Protestgruppen, die ihre Entscheidungsfindung nach dem Konsensmodell organisieren. Das bedeutet, dass alle anwesenden Personen sich über eine Entscheidung einig sein müssen, damit diese getroffen werden kann. Das Konsensmodell kann sicherlich effektiv Vertrauen herstellen zwischen Menschen, die sich noch nicht richtig kennen und vertrauen, gerade weil die meisten Menschen in dieser eigentlich demokratischen Gesellschaft bezeichnenderweise keinerlei Erfahrung haben mit demokratischen Entscheidungsprozessen, Diskussionen, Debatten und Mehrheitsabstimmungen.

»Wenn deine Vorstellung vom Sozialismus auf der Idee beruht, dass Menschen nicht mehr miteinander streiten und sich nicht gelegentlich wie totale Trottel benehmen werden, solltest du sie noch einmal überdenken«

Das Konsensmodell wird aber zum Problem, wenn es nicht als temporäre Praxis, sondern als vollständiges Gesellschaftsmodell verstanden wird. Ich möchte gerne in einer demokratischen Gesellschaft leben, in der Raum ist für Konflikte und Argumente, in der Menschen keine Angst haben müssen, eigene Ansichten zu haben und sich nicht unter Druck gesetzt fühlen ihre Meinungen abzuschwächen, damit es so aussieht, als ob wir uns alle einig waren, als ein Kompromiss gefunden wurde. Wenn deine Vorstellung vom Sozialismus auf der Idee beruht, dass Menschen nicht mehr miteinander streiten und sich nicht gelegentlich wie totale Trottel benehmen werden, solltest du sie noch einmal überdenken.

Lenin schrieb: „Wir können (und müssen) beginnen, den Sozialismus aufzubauen, und zwar nicht aus einem phantastischen und nicht aus einem von uns speziell geschaffenen Menschenmaterial, sondern aus dem Material, das uns der Kapitalismus als Erbteil hinterlassen hat. Das ist sehr ‚schwer‘, wer will es leugnen, aber jedes andere Herangehen an diese Aufgabe ist so wenig ernst, daß es gar nicht lohnt, davon zu reden.“

Wenn man effektiv Sozialist sein möchte, ist es recht hilfreich, Menschen zu mögen. Nicht Menschheit als abstrakte Idee, sondern echte, verschwitzte Menschen. In seinem Buch „All That Is Solid Melts Into Air“, erzählt Bermann die Geschichte von Robert Moses, dem berühmten Stadtplaner von New York, der ganze Wohnviertel plattmachte, wenn sie einer geplanten Autobahn im Weg standen. Ein Freund von Robert Moses sagte über ihn, er „liebte die Öffentlichkeit, aber nicht die Menschen.“ Er baute Parkanlagen, Strände und Autobahnen für die Massen, obwohl er den Großteil der New Yorker Arbeiterklasse verabscheute.

Die Öffentlichkeit zu lieben aber nicht die Menschen, ist eine Eigenschaft elitärer Sozialisten, deren Hoffnung mehr auf Fünfjahresplänen, utopischen Vorstellungen und Wahlerfolgen fußen, als auf den Wundern, die Millionen von Menschen erschaffen können, wenn sie inspiriert und frei sind. Das ist auch der Grund dafür, warum ihre Vorstellungen von Sozialismus so leb- und phantasielos sind.

Im Gegensatz dazu war Marx – häufig dargestellt als isolierter Intellektueller – eine rauf-, streit- und lebenslustige Person, die einmal verlauten ließ, er lebe nach der Maxime: „Ich bin ein Mensch, nichts Menschliches ist mir fremd.“ Es fällt mir schwer, mir vorzustellen, dass eine Welt, die von dem Großteil der Menschen, mit all ihren unterschiedlichen Talenten, Persönlichkeiten, Wahnvorstellungen und Leidenschaften organisiert wird, irgendwie langweilig werden könnte.

Dieser Text erschien zuerst auf Englisch bei unserem Kooperationspartner Jacobin-Magazine. Übersetzung von Daniil Baxter