Ada Magazin

Unabhängig & parteiisch

Zeigen was ist, heißt zeigen was geändert werden muss – und schon längst gerechter und klüger laufen könnte. Die Möglichkeiten sind real, auch wenn sie noch nicht realisiert werden.

Ada ist unabhängig und parteiisch. Ada ist auf der Seite von Arbeiterinnen. Denen am Laptop, vorm Wickeltisch oder auf dem Gabelstapler. Und denen ohne Job. Und von Bewegungen, die Befreiung suchen, die antreten, um uneingelöste Versprechen unserer Gesellschaft zu verwirklichen.

»Probleme sind nur dornige Chancen«

Ada bringt Autorinnen, Künstlerinnen, Forscherinnen und Aktivistinnen zusammen. Es gibt eine gemeinsame Haltung, aber keine Redaktionslinie. Jede schreibende Person spricht für sich wie Musikerinnen in einer Jam Session. Die Texte behandeln Unerwartetes und Alltägliches. Sie blicken historisch und geografisch über den Tellerrand derzeitiger Debatten. Ein Schwerpunkt ist die Übersetzung.

Einerseits, um aus anderen Ländern lernen zu können, andererseits als Vermittlung zwischen Menschen, die hier leben: Ada übersetzt von Politsprech in Normaldeutsch, von Academia in jargonfreie Sprache, vom Verschwurbelten ins Journalistische, ohne komplexe Gedanken und Argumente unter den Teppich zu kehren. Denn Bemühungen um besseren Stil sind Bemühungen um demokratischere Verhältnisse.

»The news may be fake, but the world is still false«

Demokratischere Verhältnisse sind Verhältnisse, in denen mehr Personen ihre Absichten durchsetzen als bisher. Irgendwann kann das bedeuten, sich selbst zu regieren. Das unbescheidene, langfristige Ziel von Ada ist die Demokratisierung aller Lebensbereiche.

Aber zunächst gilt: Die Lust daran, sich selbst zu regieren, steigt mit den Informationen darüber, was die Anderen falsch machen, und warum sie es falsch machen. Die Anderen, das sind Kapital, politisches Establishment, Schlapphüte, Trojaner, gesichtslose Bürokratinnen, rechte Hetzerinnen, naive Liberale und so weiter.

»Geschichte ist machbar, Herr Nachbar«

»Geschichte wird gemacht« sangen die Fehlfarben im Nachhall von ‘68: Die Welt ist nicht einfach eine große Anhäufung von Fakten. Es werden täglich Entscheidungen gefällt, die dazu führen, dass die Verhältnisse sind wie sie sind. Viele Medien erziehen Leserinnen, sich abzufinden. Sie erhalten einen Zustand aufrecht. Ada will dazu beitragen, einen Zustand herbeizuführen, den es noch nicht gibt.

Zu gu­ter Letzt, wofür steht eigentlich Ada? Ein Name, eine Abkürzung, ein Label – wir werden sehen. Auf Türkisch bedeutet Ada Insel. Das hat uns gefallen. Wir brechen auf ins Ungewisse, aber mit einem ungefähren Ziel vor Augen.

Gleichzeitig ist die Insel Sinnbild der aktuellen Lage: Deutschland, eine Insel der scheinbaren Stabilität in einem zunehmend instabilen Europa – und eine Linke, die sich mehr mit sich selbst beschäftigt als dass sie andere Menschen überzeugt und neue Mehrheiten organisiert.

»Wir wollen das Gegenteil von Rückzug: Wir wollen nicht Recht haben, sondern gewinnen«

 

Ada ist die Schwester vom
Jacobin Magazine.